Zahlreiche Verantwortliche und Beteiligte aus Verwaltung, Politik und den Planungsfirmen kamen zusammen, um dieses bedeutende Vorhaben zu begleiten.
Das Westerburger Schulzentrum beheimatet insgesamt sechs Schulen mit circa 5.000 Schüler/innen und ist somit nach Montabaur das zweitgrößte im Westerwaldkreis. Landrat Achim Schwickert unterstrich die gute Zusammenarbeit und hob die Bedeutung des Projektes für den Standort hervor. Weiter erklärte er, „Eine gemeinsam mit dem Westerwaldkreis durchgeführte Machbarkeitsstudie sowie die Berücksichtigung der Sportstättenplanungsverordnung des Landes Rheinland-Pfalz hat ergeben, dass ein entsprechender Fehlbedarf an Sporthallennutzungseinheiten im Schulzentrum Westerburg besteht.“
Der multifunktionale Neubau kann aber auch mit Blick auf die bevorstehende Umsetzung des Ganztagsförderungsgesetzes oder auch optional für den Katastrophenschutzfall ein wichtiger Baustein für die notwendige Infrastruktur vor Ort werden.
„Mit diesem Neubau investieren wir nicht nur in die Zukunft unserer Kinder, sondern schaffen einen Ort, an dem Sport, Bildung und Begegnung in einem modernen und nachhaltigen Umfeld zusammenkommen", betont Bürgermeister der Verbandsgemeinde Westerburg Markus Hof. Der großzügig gestaltete Vorplatz dient zudem als Campus und verbindet die umliegenden Schulen, die Bushaltestelle und den Haupteingang des Neubaus – ein Ort, der Bewegung, Lernen und Gemeinschaft miteinander verbindet.
Der Entwurf stammt vom Frankfurter Architekturbüro STUDIOBORNHEIM Unger Ritter Architekten. Geplant ist ein kompakter, eingeschossiger Baukörper, der sich harmonisch in die Umgebung einfügt und das bestehende Schulareal architektonisch ergänzt. Großzügige Glasflächen sorgen für helle, freundliche Räume und ermöglichen Einblicke zwischen den verschiedenen Bereichen. Das Dach wird begrünt und mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet, um umweltfreundlich Strom zu erzeugen.
Die neue Dreifach-Sporthalle bietet als Versammlungsstätte Platz für bis zu 600 Personen und kann für den Schul- und Vereinssport flexibel in drei Teilbereiche unterteilt werden. Sie steht nicht nur dem Schulsport, sondern auch den örtlichen Vereinen zur Verfügung. Das Lehrschwimmbecken verfügt über ein 16,66 Meter langes Lehrschwimmbecken mit verstellbarem Hubboden, der unterschiedliche Wassertiefen ermöglicht. Die Realisierung eines Schwimmbeckens dieser Größe ist aufgrund einer zweckgebundenen Spende in Höhe von 1.650.000 € durch die Else Schütz Stiftung möglich. Die Zentralmensa ist für die Zubereitung von bis zu 500 Mahlzeiten pro Tag ausgelegt und bietet 300 Sitzplätze im Innen- und Außenbereich. Ergänzt wird das Ensemble durch eine moderne Bibliothek, die sowohl von den Schulen als auch von der Öffentlichkeit genutzt werden kann. Neben der Else Schütz Stiftung wird das Projekt auch finanziell durch Fördermittel vom Land Rheinland-Pfalz (Ministerium für Bildung – Schulbauförderung, Ministerium des Innern und für Sport – Regionales Zukunftsprogramm sowie Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität – Förderung Landesforsten) und Bund (Ministerium für Bildung, Familien, Senioren, Frauen und Jugend – Ausbau ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote für Kinder im Grundschulalter) unterstützt.
Großer Wert wird auf Barrierefreiheit gelegt: Sämtliche Gebäudebereiche sind schwellenlos zugänglich, ein Aufzug verbindet alle Ebenen, und in allen Funktionsbereichen stehen barrierefreie Sanitärräume zur Verfügung.
Auch in ökologischer und energetischer Hinsicht setzt der Neubau Maßstäbe. Das Gebäude wird überwiegend in Holzbauweise errichtet und nutzt das vorhandene Nahwärmenetz, gespeist durch Blockheizkraftwerk, Pelletkessel und Wärmepumpen. Eine moderne Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgt für optimale Luftqualität bei gleichzeitig hoher Energieeffizienz. Die auf dem Dach installierte Photovoltaikanlage mit einer Leistung von rund 183 Kilowatt-Peak trägt zusätzlich zur Eigenstromversorgung bei. Der höhenverstellbare Hubboden im Schwimmbad dient in der Nacht als Abdeckung, um den Energieverbrauch nachhaltig auf ein Minimum zu reduzieren. Zudem wird über eine entsprechende Notstromeinspeisung, die Versorgung der Bevölkerung im Katastrophenfall zukünftig gewährleistet.
„Das Projekt steht beispielhaft für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Bauweise", erläutern die Architekten Peter Ritter und Frank Dünschmann vom Ingenieurbüro Alhäuser und König aus Hachenburg. „Durch den hohen Anteil an Holz als Baustoff, kurze Wege und energieeffiziente Technik entsteht ein Gebäude, das ökologisch, wirtschaftlich und funktional überzeugt."


