„Hochmoderne Technik statt Vorurteile"
Lars' Ausbildung zur Fachkraft für Abwassertechnik
Kläranlagen, Labor und ein Floß im Nachklärbecken: Lars Benner hat seine Ausbildung zur Fachkraft für Abwassertechnik bei der VG Westerburg abgeschlossen. Hier erzählt er, warum sein Beruf ganz anders ist, als viele denken – und für wen sich der Einstieg lohnt.
Kurz zu mir
Ich heiße Lars Benner und komme aus Hergenroth. Bei der VG Westerburg habe ich meine dreijährige Ausbildung zur Fachkraft für Abwassertechnik gemacht. Auf den Beruf und die VG bin ich über unseren heutigen Vorarbeiter Markus Schuy gekommen, der ein Freund meiner Eltern ist. Vorher hatte ich meinen Abschluss der Sekundarstufe I gemacht und Praktika in zwei Metallbaufirmen absolviert.
Wie meine Ausbildung abgelaufen ist
Meine Ausbildung habe ich bei den Abwasserwerken der VG verbracht. Zu meinem typischen Alltag gehörten die Kontrolle und Wartung unserer drei Kläranlagen sowie Arbeiten im Labor.
Der Wechsel zwischen Berufsschule und Betrieb war schon ziemlich krass: Wir hatten Blockunterricht, und der ständige Wechsel zwischen Theorie und Praxis war am Anfang gewöhnungsbedürftig. Dazu kamen überbetriebliche Lehrgänge wie der Metallgrundkurs und der Elektrolehrgang bei der IHK.
Was mir am meisten Spaß gemacht hat
Die Kontrolle und Wartung der Kläranlagen war und ist eine Aufgabe, die ich richtig gerne mache – es warten immer wieder neue Fehlerquellen und Herausforderungen auf einen.
Anstrengend sind dagegen die vielen Mäharbeiten im Sommer, die aber durch neue Maschinen deutlich einfacher geworden sind. Richtig herausfordernd war zum Beispiel die Instandsetzung der Nachklärbeckenräumer, denn die musste im Becken auf einem Floß durchgeführt werden.
Mein Projekt, auf das ich besonders stolz bin
Ziemlich am Anfang meiner Ausbildung durfte ich eine Zentralschmierung für unsere Winkelpresse ausarbeiten – inklusive Besorgung der benötigten Materialien. Aufgebaut und in Betrieb genommen habe ich sie dann komplett alleine.
Außerdem war ich bisher jedes Jahr bei der Berufsinformationsbörse in der Stadthalle dabei.
Ein unvergesslicher Moment
Ein Tag, den ich so schnell nicht vergessen werde: die Instandsetzung der Räumerschilder – gemeinsam mit einem Kollegen auf einem Floß mitten im Nachklärbecken.
Was mich positiv überrascht hat
Positiv überrascht hat mich, dass die Vorurteile über die Abwassertechnik nicht wirklich stimmen. Im Volksmund hört man oft, auf Kläranlagen gebe es nur dreckige Arbeit und der Beruf sei etwas für jedermann. Das stimmt absolut nicht: Wir achten auf Sauberkeit und Hygiene, soweit es geht, und arbeiten mit hochmodernen technischen Anlagen.
Menschen & Atmosphäre
Die Kollegen sind ein cooles Team – hilfsbereit, humorvoll und kollegial. Der Kontakt zu den anderen Azubis war bei mir allerdings ziemlich eingeschränkt, da ich bei den Abwasserwerken der einzige Azubi war.
Was ich gelernt habe
Fachlich habe ich praktisch alles von Grund auf gelernt – privat hat man mit Abwassertechnik ja eher wenig zu tun und beschäftigt sich auch nicht zwingend damit.
Persönlich hat sich vor allem meine Selbstständigkeit stark entwickelt. Schon kleine Änderungen an Einstellwerten können große Auswirkungen haben – man sollte sich also immer voll bewusst sein, was man tut. Auch das Vorausdenken habe ich in der Ausbildung deutlich weiterentwickelt.
Mein Tipp für künftige Azubis
Wer auf dem Klärwerk anfängt, sollte handwerklich etwas begabt sein, technisches Verständnis mitbringen – und beim Thema Schmutzstoffe nicht allzu empfindlich sein.
Wie es für mich weitergeht
Nach der Ausbildung wurde ich übernommen und hätte auch die Chance auf eine Weiterbildung.
Mein Fazit
Die Abwassertechnik ist ein hochkomplexes System aus Mechanik, Biologie und Elektrik. Wer einen herausfordernden Beruf mit Zukunftssicherheit sucht und Lust auf ständig neue Technik und immer weiter wachsende Aufgaben hat, ist bei uns genau richtig.


